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Häufig werden Adipositas Risikofaktoren nicht vollständig erkannt. Stattdessen stehen ästhetische Herausforderungen von Übergewicht im Fokus. Wir möchten dir zeigen, welche Risiken Übergewicht mit sich bringt, was die möglichen Ursachen sind und welche Folgen es haben kann. 

Warum ist Übergewicht ein Risikofaktor?

Die Folgen von zu hohem Körpergewicht umfassen erhöhte Risiken für unterschiedliche Erkrankungen1. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Gelenkprobleme sowie Krebs sind eine Auswahl möglicher Krankheiten. Deren Risiko steigt mit dem jeweiligen Adipositasgrad – eine schnelle Diagnose und Behandlung können entscheidend sein. Insbesondere bei Frauen können außerdem gynäkologische Probleme sowie eine erhöhte Gefahr für Fehlgeburten bestehen2.

Risikofaktor Adipositas: Wie viel Übergewicht ist gefährlich?

Viele Menschen wissen nicht, ab welchem Punkt Übergewicht wirklich als gefährlich einzustufen ist, obwohl viele Frauen und Männer in Deutschland betroffen sind3. Dabei kann das Risiko, bei starkem Übergewicht mögliche Folgeerkrankungen zu entwickeln, hoch sein. Auch bei Kindern und Jugendlichen kann sich Übergewicht auf die Gesundheit auswirken4. Einen Überblick bieten der BMI und die Einstufung in unterschiedliche Grade der Adipositas:

  • Übergewicht (BMI 25–29,9 kg/m²): Das Körpergewicht liegt über dem Normalbereich, erste gesundheitliche Auswirkungen wie erhöhter Blutdruck oder Gelenkprobleme können auftreten.
  • Adipositas Grad I (BMI 30–34,9 kg/m²): Das Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt deutlich. Auch Gelenkprobleme und erste Einschränkungen in der Beweglichkeit sind häufig.
  • Adipositas Grad II (BMI 35–39,9 kg/m²): Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Schlafapnoe und Fettleber treten häufiger auf. Zudem leiden Betroffene oft unter psychischen Belastungen wie Depressionen.
  • Adipositas Grad III (BMI ab 40 kg/m²): Das Risiko für schwere Herzerkrankungen, bestimmte Krebsarten, Nierenversagen und eine stark reduzierte Lebenserwartung ist massiv erhöht. Betroffene kämpfen häufig mit Bewegungseinschränkungen und einem beeinträchtigten Lebensstil.

Je höher der BMI, desto größer ist die Gefahr schwerwiegender Folgeerkrankungen. Daher ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um langfristige gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Um dir einen besseren Überblick über die Folgen erhöhten Gewichts zu geben, haben wir einen BMI-Rechner entwickelt. Mithilfe unseres Tools bekommst du ein tieferes Verständnis für die Gesundheit deines Körpers, während du dir deinen BMI anschauen kannst.

Für uns ist es entscheidend, dir mit diesem Werkzeug eine realistische Einschätzung deines Adipositas-Risikos zu geben. Außerdem sollst du die Möglichkeit bekommen, proaktiv zu reagieren, bevor Erkrankungen auftreten. 

Was sind die häufigsten Komplikationen von Übergewicht?

Übergewicht kann das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme deutlich erhöhen5, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bluthochdruck ist dabei besonders häufig und stellt eine große Belastung für das Herz dar. Mit steigendem Gewicht nimmt darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit für Herzprobleme wie eine ischämische Herzkrankheit, Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz zu, da Übergewicht das Herz stärker belastet und zu Bluthochdruck sowie Gefäßverengungen führen kann. Auch das Risiko für einen Schlaganfall steigt.

Neben den Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System können zusätzlich Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Gicht oder eine Fettleber auftreten. Gelenke werden durch das zusätzliche Gewicht stärker beansprucht, was Arthrose begünstigt. 

Die Grafik zeigt Adipositas-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Myokardinfarkt und Schlaganfall mit prozentualen Angaben für einen BMI über 30.


Adipositas-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Schlaganfall treten häufiger bei einem BMI über 30 auf.

Die psychosozialen Folgen von Übergewicht

Menschen mit Übergewicht sind oft einem hohen sozialen Druck ausgesetzt, da gesellschaftliche Schönheitsideale häufig ein schlankes Erscheinungsbild propagieren. Dies kann zu Stigmatisierung und Diskriminierung führen, wodurch das Selbstwertgefühl der Betroffenen erheblich beeinträchtigt wird. Infolgedessen steigt das Risiko für psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen 6. Zudem kann die Lebensqualität durch Einschränkungen im Alltag, wie eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, erheblich leiden. Auch Schlafstörungen, die zu Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen führen, sind eine häufige Folge.

Eine Blutuntersuchung kann helfen, Adipositas Risikofaktoren zu erkennen.


Die Adipositas Risikofaktoren sind vielfältig und können gGesundheitliche Folgen bedingen.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Adipositas-Risiko

Die psychosozialen Folgen von Übergewicht können sich je nach Geschlecht unterschiedlich auswirken. Frauen mit Adipositas sind oft stärker vom gesellschaftlichen Schönheitsdruck betroffen, da in vielen Kulturen ein schlanker Körper als Idealbild angesehen wird. Dies kann dazu führen, dass Frauen mit Adipositas noch häufiger Diskriminierung und Selbstzweifel erleben, was das Risiko für Essstörungen oder depressive Erkrankungen erhöht. Zudem kann die Fruchtbarkeit bei Frauen beeinträchtigt sein, insbesondere bei starkem Übergewicht oder Adipositas.

Männer hingegen erfahren zwar ebenfalls Stigmatisierung, jedoch wird ihr Gewicht in der Gesellschaft oft anders bewertet. Während ein gewisser Körperumfang hier teilweise als Zeichen von Stärke oder Wohlstand gesehen wird, kann Adipositas dennoch negative soziale und gesundheitliche Folgen haben. Darüber hinaus kann Übergewicht die männliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, indem es beispielsweise zu einer verringerten Spermienqualität führt7.

Adipositas-Risiken proaktiv reduzieren

Die Risiken von Adipositas lassen sich durch eine Kombination aus ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und gesunden Gewohnheiten verringern. Bereits kleine Veränderungen im Alltag, wie bewusstere Essensentscheidungen oder mehr körperliche Aktivität, können langfristig das Wohlbefinden steigern. Eine ärztlich begleitete Behandlung, idealerweise in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie, kann zusätzlich helfen, nachhaltige Erfolge bei der Reduzierung der Adipositas-Symptome zu erzielen8. Wichtig ist, sich dabei nicht unter Druck zu setzen – jeder Schritt in Richtung Gesundheit zählt. Mit einer ganzheitlichen und individuellen Herangehensweise lässt sich das Risiko von Adipositas und deren Folgeerkrankungen effektiv reduzieren.

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Quellen
  1. Springer Medizin (o.D.). Folgeerkrankungen und Komplikationen der Adipositas. Online verfügbar unter: https://www.springermedizin.de/folgeerkrankungen-und-komplikationen-der-adipositas/8038906 (Abruf: 07.03.2025).
  2. PubMed (2010). The impact of obesity on health. Online verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20088734/ (Abruf: 07.03.2025).
  3. Robert Koch-Institut (RKI) (o.D.). Themenschwerpunkt Adipositas. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Adipositas-und-Uebergewicht/themenschwerpunkt-adipositas.html (Abruf: 07.03.2025).
  4. BZfE (2022). WHO-Bericht zu Übergewicht und Adipositas. Online verfügbar unter: https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2022/mai/who-bericht-zu-uebergewicht-und-adipositas/ (Abruf: 07.03.2025).
  5. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2014). Adipositas – Häufigkeit und gesundheitliche Folgen. Online verfügbar unter: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/FzK/FzK_2014_Adipositas-Haeufigkeit-und-gesundheitliche-Folgen.pdf (Abruf: 07.03.2025).
  6. PubMed Central (PMC) (o.D.). The role of obesity in chronic diseases. Online verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11424732/ (Abruf: 07.03.2025).
  7. Nature Reviews Urology (2010). Obesity and urological health. Online verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/nrurol.2010.6 (Abruf: 07.03.2025).
  8. AWMF (2019). S3-Leitlinie Adipositas: Prävention und Therapie. Online verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/050-001p_S3_Adipositas_Pr%C3%A4vention_Therapie_2019-01.pdf (Abruf: 07.03.2025).

 

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